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Weltweiter Frauenstreik – 8. März 2006 Liebe Schwestern und Brüder, Seit 2000 haben Frauen aus über 60 Ländern an jedem Internationalen Frauentag bei allen Arten von Graswurzelaktionen gemeinsam gefordert, dass die Gesellschaft in Fürsorge investiert, nicht in Töten, und dass das an den Krieg verschwendete Geld stattdessen für die Bedürfnisse unserer Gesellschaft verwendet wird, angefangen mit den Bedürfnissen von Frauen, den Hauptfürsorgerinnen, auf die sich alle anderen verlassen. Wir laden Euch/Sie wieder ein euch/sich mit Aktionen am oder um den 8. März herum am 7. Weltweiten Frauenstreik zu beteiligen. Im Januar und Februar nahmen Gruppen, die den Streik koordinieren, aus England, Guyana, Indien, Irland, Peru, Spanien, Uganda und den USA, am Weltsozialforum in Caracas teil – eine Gelegenheit GraswurzelorganisatorInnen aus der ganzen Welt zu treffen und sich als ein Netzwerk im Herzen einer Revolution zu treffen, die von Frauen angeführt wird, der venezolanischen Revolution. Wir hielten Seminare in Englisch und Spanisch ab, die die verschiedenen Länder im Streik sichtbar machten, aber ebenso die verschiedenen Sektoren der Basis: Frauen und Männer unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher sexueller Orientierung und unterschiedlicher Behinderungen: jedeR fand ihre/seine Entsprechung in der venezolanischen Bewegung. Wir wurden gestärkt und ermutigt durch die enorme Energie und Entschlossenheit der Basisfrauen, die eine Regierung geschützt haben, die in lebensfördernde Arbeit investiert, angefangen in den ärmsten Gemeinschaften, und die wiederum Frauen unterstüzt. Die Welt beginnt, den verborgenen Beitrag von Frauen an der Gesellschaft anzuerkennen und wertzuschätzen, Venezuela jedoch geht weiter. Am 3. Februar kündigte Präsident Hugo Chávez an, dass die ärmsten Hausfrauen ein monatliches Einkommen, das 80% des Mindestlohns entspricht – 372.000 Bolivar oder ca. 180 $ , erhalten werden als Anerkennung für ihre Arbeit im Haushalt. Er kündigte auch eine Anhebung des Mindestlohns um 15% an (was zusammen mit Essensmarken und Gutscheinen für andere Lebensnotwendigkeiten seinen Wert auf 835.350 Bolivar oder ca. 400 $ bringt), zusammen mit der Anhebung von Renten und anderen Niedriglöhnen. Die ersten einhunderttausend Hausfrauen werden davon ab Juni profitieren, weitere 100.000 ab Juli. Chávez sagte, dass er anstrebt, dass letztendlich bis zu 500.000 Frauen diese Geldsumme erhalten sollen. Dies ist nicht die Umsetzung des revolutionären Artikels 88 der Verfassung, der den wirtschaftlichen und sozialen Beitrag, den die unbezahlte Arbeit der Frauen in der Familie leistet, anerkennt und auf dieser Basis Hausfrauen eine Rente bewilligt. Gesetze, die Artikel 88 umsetzen, müssen noch erlassen werden. Statt darauf zu warten hat Chávez die Anerkennung, die Artikel 88 der Arbeit von Hausfrauen gibt, mit der juengsten Gesetzgebung, die darauf abzielt, die Ärmsten aus der Armut herauszubringen, zusammengebracht und leitete einen Teil der Öleinnahmen an Frauen weiter - Chávez hat wiederholt gesagt, dass Frauen am ärmsten sind, am härtesten arbeiten und sich am meisten für die Revolutionen engagieren. Dies ist endlich ein Lohn für Hausarbeit, den wir seit 1972 fordern! Er wird alle Frauenlöhne in Venezuela anheben. Wir haben zuerst davon durch Telefonanrufe von Leuten, die uns zu diesem Sieg gratuliert haben, den sie in direktem Zusammenhang mit unserem Netzwerk bringen, gehört. Das Basisnetzwerk von Los Altos im Bundesstaat Miranda in Venezuela, das ein Teil des Streiks ist und unser Gastgeber in Los Teques war, brachte eine öffentliche Stellungnahme heraus, die dieses Geld willkommen heißt, und darauf dringt, dass revolutionäre Arbeit für die Gemeinschaft als produktive Arbeit anerkannt und bezahlt wird und vorschlägt, auf welche Weise die Regierung Korruption bei der Auswahl der Empfängerinnen und der Verteilung der Löhne verhindern kann. Wir verbreiten ihre Erklärung (siehe Anhang) und laden Euch ein, sie weiterzuverbreiten. Ein weiterer Höhepunkt auf unserer Reise war, dass wir eine Frau, Mitglied der Organización Nación P'Urhépecha in Mexico, getroffen haben, die in den letzten drei Jahren Streikaktionen organisierte und öffentlich machte, was sie in E-mails über die Aktivitäten von Frauen in anderen Ländern las, und dabei hoffte, dass das alles auch wahr sei! Seitdem hat sie den Streik bei einem nationalen Frauennetzwerk aufgeworfen und das Netzwerk hat zugesagt, sich am Streik zu beteiligen! Wir sind uns sicher, dass Frauen in anderen Ländern auch Pläne für den Streik gemacht haben – bitte gibt uns Nachricht darüber, damit wir sie weiterverbreiten können! In London wird am 17. März die Hauptveranstaltung stattfinden: Bericht aus Venezuela – Frauen führen die Revolution an und eine Diskussion über die Beziehung zwischen dem Streik und den Frauen und Männern, die in Venezuela organisieren, sein. Wir werden auch das neue Buch Creating a Caring Economy – Nora Castañeda and the Women’s Development Bank of Venezuela („Eine fürsorgende Wirtschaft schaffen – Nora Castañeda und die venezolanische Frauenentwicklungsbank“) herausbringen, das von Crossroads Books auf Englisch und Spanisch veröffentlicht wird, und das wir in Venezuela herausgebracht haben und begeistert aufgenommen wurde. Diese Sammlung von aktuellen Interviews und Reden von Nora Castañeda, der Präsidentin der Bank, die Mikrokredite an Frauen mit geringem Einkommen vergibt, und die hilft eine Bewegung aufzubauen, die “ eine Wirtschaft im Dienst der Menschen schafft“ ist eine Wucht. Wir werden auch einen Film über den Widerstand gegen den Putsch in Haiti zeigen, auch ein Widerstand der von Frauen angeführt wird aber oft verzerrt und abgestritten wird. Am 11. März werden der Streik in Los Angeles zusammen mit den Katrina Evacuee Councils (Räten der Katrina-Evakuierten) in der großen Tradition der Beerdigungen von New Orleans einen „Second Line“ Marsch abhalten, eine Kundgebung von Űberlebenden und UnterstützerInnen gefolgt von „Kulinarischen Spezialitäten“ aus New Orleans (siehe www.globalwomenstrike.net). Die internationale Unterstützung und Teilnahme von Männern wird von Payday koordiniert, einem multikulturellen Netzwerk von Männern. Sie organisieren unter anderem zusammen mit Frauen und Männern, die den Militärdienst und dessen tödliche und unterdrückerische Arbeit verweigern, von Großbritannien und den USA bis hin zu Israel und Eritrea. Die Armutsfalle der "poverty draft" - wirtschaftliche Notwendigkeit und das Versprechen eines sicheren Aufenthaltsstatus oder der Staatsangehörigkeit zwingt viele, vor allem schwarze Menschen und ImmigrantInnen, praktisch dazu, dem Militär beizutreten - ermöglicht es den USA "endlos" in den Krieg zu ziehen. Den Kriegsdienst zu verweigern, ist ein lebenswichtiger Teil der Bewegung, die nicht nur den Krieg, sondern auch die Armut beenden will. Paydays Film Refusing to Kill ("Die Weigerung, zu töten"), der von Frauen und Männern handelt, die sich weigern für das Militär als Folterer, Vergewaltiger und Mörder zu agieren, wurde im venezolanischen Fernsehen gezeigt (mit spanischen Untertiteln); ebenso der vierte Film des Streiks Talking of Power - Sex, Race and Class in Revolutionary Venezuela (Über Macht sprechen -Geschlecht, Rasse und Klasse im revolutionären Venezuela"). Zeigt ihn ueberall wo ihr seid. (E-mail: payday@payday.org www.refusingtokill.net)
Wir haben gerade eine neue Streikzeitung mit Nachrichten aus dem Netzwerk über das letzte Jahr herausgebracht (beigelegt für Leute, die noch keinen Zugang zur Streikwebseite haben). Wie Ihr sehen werdet, befaßte sich ein großer Teil unserer Organisationsarbeit, sowohl in den Ländern des Südens als auch zunehmend im Norden mit der Bekämpfung von Umweltkatastrophen: Überschwemmungen und / oder Dürren in Guyana, Indien, Uganda, den USA... Bitte schickt uns Eure Nachrichten und Fotos, damit wir sie wie immer auf der Webseite und in zukünftigen Streikzeitungen und anderen Berichten veröffentlichen können. Falls Ihr eine Emailadresse habt, sendet sie uns bitte, damit wir die Portokosten reduzieren können. Schwestern und Brüder habt Kraft die Welt anzuhalten und sie zu ändern!
Selma James
Streikmaterialien aus den vorhergehenden Jahren sind in den folgenden Sprachen erhältlich: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Aymara, Bahasa Indonesia, Bahasa Melayu, Baskisch (Euskera), Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Galicisch (Gallego), Griechisch, Gujerati, Haitianisch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Katalanisch, Koreanisch, Kroatisch, Kurdisch, Lingala, Luo, Luganda, Mazedonisch, Niederländisch, Norwegisch, Oriya, Polnisch, Portugiesisch, Punjabi, Rumänisch, Russisch, Schona, Schwedisch, Serbisch, Sinhala, Slowenisch, Somali, Swahili, Tagalog, Tamil, Thai, Tigrinia, Türkisch,Twi, Ungarisch, Urdu Wir brauchen noch Leute, die uns helfen, die aktuellen Materialien zu übersetzen. Falls Ihr helfen könnt, setzt euch so bald wie möglich mit uns in Verbindung.
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