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Der weltweite Frauenstreik schliesst sich den Protesten am europaeischen Aktionstag fuer die Rechte von MigrantInnen und AsylbewerberInnen an Am 30. Januar errichteten Asylbewerberinnen aus Eritrea, Aethiopien, dem Kongo, Kenia und Simbabwe eine "Slumvorstadt" vor der Zentrale des UNO-Fluechtlingshilfswerks (UNHCR) in London. Die AktionsteilnehmerInnen verlangten vom UNO-Fluechtlingshilfswerk ein Eingreifen in die humanitaere Krise, in der sich AsylbewerberInnen in Grossbritannien befinden, wozu es das Mandat in jedem anderen Land, in dem Fluechtlinge Schutz suchen, hat. Nur einen Steinwurf vom Parlamentsgebaeude entfernt am Ufer der Themse wurde die "slumvorstadt" beinahe vom heftigen kalten Wind weggeweht. Aber unter dem Motto "AsylbewerberInnen zahlen den Preis fuer Blairs Kriege" riefen ueber 200 Menschen Parolen, tanzten und fuehrten Strassentheater auf, das die Brutalitaet der Festung Europa darstellte. Die Veranstaltung war ein Teil der Aktionen in 11 europaeischen Laendern, in ueber 50 Metropolen und Staedten, darunter 10.000 TeilnehmerInnen in Barcelona, 10.000 in Rom, 3.000 in Athen und Hunderte in London, Frankfurt, Paris und Wien. Die gemeinsamen Forderungen lauteten unter anderen: ein Ende aller Mittellosigkeit, ein Ende aller Inhaftierung und Abschiebungen, die Legalisierung aller Papierlosen, Arbeitserlaubnis fuer alle, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorung, Bewegungsfreiheit. Die eritreische Frauengruppe gab eine Erklaerung fuer den Aktionstag heraus, warum Frauenforderungen in das Manifest und in zukuenftige Aktionen gehoeren: "Wir kuemmern uns um alle und bringen das Essen auf den Tisch, aber unsere Arbeit und unser |Kampf wird ignoriert. Wir Frauen sind nicht weniger politisch, aber unsere Politik ist meistens praktischer und konkreter. Wir bevorzugen Worte und Aktionen, die von unserer Situation ausgehen und fuer unsere Situation und unseren Kampf ums Ueberleben und fuer Gerechtigkeit sprechen. Wir haben die Schnauze voll davon, dass Maenner von unserer harten Arbeit leben und uns dann erzaehlen,dass sie das groessere politische Bewusstsein besitzen. Das werden wir nicht hinnehmen." Sie eroeffnete auch die "Slumvorstadt", wobei die Frauen ausfuehrten wie viele Frauen, unter ihnen Ueberlebende von sexualisierter Gewalt, Schwangere, aeltere Frauen, Frauen mit Kleinkindern und Frauen, die auf Grund von Folter, die sie erlitten haben, krank oder behindert sind, obdachlos gemacht wurden durch Artikel 55 (Artikel 55 des Nationalitaets-, Immigrations- und Asylgesetzes von 2002 verweigert AslbewerberInnen, die nicht unmittelber nach ihrer ankunft einen Asylantrag stellen, Unterkunft und Unterstuetzung) oder weil ihr Fall abgeschlossen wurde. Andere sprachen ueber die Ungerechtigkeit und die schreckliche Furcht vor drohender unmittelbarer Abschiebung oder Inhaftierung ohne ersichtlichen Grund. Sie stellten die Gemeinsamkeiten heraus zwischen Nazi-Gesetzen und der "Apartheit" der Asylgesetzgebung in Europa, die AsylbwerberInnen zwingt, ohne Unterkunft, Essen oder Geld auszukommen - was das Leben aller gefaehrdet. Legal Action for Women berichtete, wie Frauen und Maedchen in Afrika Vergewaltigungen durch Angestellte des UNO-Fluechtlingshilfswerks in Fluechtlingslagern oeffentlich machten. Black Women's Rape Action Project beschrieb, wie Hunderte von Frauen von gemeinnuetzigen Wohlfahrtsorganistionen fuer Fluechtlinge abgewisen wurden. Diese Organisationen,darunter Refuggee Council, arbeiten immer enger mit der Regierung zusammen und haben mit ihr lukrative Vertraege unterschrieben, die den Wohlfahrtsorganisationen das privatisierte NASS Sozialfuersorgesystem fuer AsylberwberInnen uberlaesst, dem sie sich ihren Statuten nach entgegenstellen sollten. Women of Colour im weltweiten Frauenstreik sprach darueber,dass Asylbewerberinnen und MigrantInnen an der Spitze der Bewegung fuer Menschen und Buergerrechte und ein gutes Auskommen fuer alle ueberall stehen, dass aber unser Beitrag oft nicht anerkannt wird. "Food for All" brachte heisses Mittagessen fuer alle, was uns sehr willkommen war. Die Dramatikerin Kay Adshead las aus ihrem Stueck "The Bogus Woman" (Die Schein-Frau) und die "Slumvorstadt" praesentierte die Strassentheaterpremiere von "Welcome to Fortress Europe" (Willkommen in der Festung Europa), in der Fluechtlinge, die Asyl suchen, an der Grenzkontrolle zurueckgewiesen werden, waehrend George Bush und die Ruestungsindustrie mit kriecherischem Gehorsam hinein- und hinausgeleitet wurden. Beide Stuecke strichen die Unmenschlichkeit der Asylpolitik heraus und den Rassissmus und Sexismus in den Entscheidungen der Einwanderungsbehoerden des Home Office. Die Bondeko Kongolesische Vereinigung, die von Derby anreiste, um eine Demonstration fuer eine "Blunkett Generalamnestie" vor dem Parlament abzuhalten, schloss sich der "Slumvorstadt" an und eine Sprecherin der Gruppe berichtete, dass viele Frauen und Kinder ueber das Land hinweg obdachlos gemacht werden und verzweifelt Hilfe und Unterstuetzung brauchen. Eine Demonstration auf der gegenueberliegenden Strassenseite von ueber 200 Maennern aus dem Sudan, die das UNO-Fluechtlingshilfswerk aufforderte einzugreifen, um den Voelkermord durch Regierungsmilizen in Dafur zu beenden, wurde von der Slumvorstadt enthusiastisch begruesst und ein lebhafter Austausch von Parolen und SprecherInnen folgte. Viele waren schockiert, als sie sahen, dass ein mit einem Maschinengewehr bewaffneter Polizist den sudanesischen Demonstranten "Geleitschutz gab", und einige versprachen, gegen diesen rassistischen Akt Protest einzulegen. Eine Delegation von Asylbewerberinnen, darunter eine hochschwangerre Frau, die obdachlos ist, baten darum, mit einer UNHCR VertreterIn zu sprechen. Die UNHCR weigerte sich, mit den Frauen zu sprechen, nicht einmal uebers Telefon. Daraufhin fragten sich einige der AktionsteilnehmerInnen, ob dies das UNO-Hilfswerk fuer Rassismus und Vergewaltigung und nicht fuer Fluechtlinge sei. Der Tag gipfelte in einem beherzten Angriff auf die "Festung Europa": die Schranke wurde geoeffnet, so dass alle reinkommen konnten und die Mauern wurden eingerissen. Alle TeilnehmerInnen fuehlten sich gestaerkt beim ersten international koordinierten Aktionstag gegen die Nazi Politikmassnahmen, die in Europa eingefuehrt werden, dabei gewesen zu sein. Samstag, 31 Jaenner: „wir alle sind Asylwerber" , in Kentish Town, London Am Samstag den 31. Jaenner marschierte eine grossartige Anzahl von ueber 60 Frauen, Kindern und Maennern aus dem Crossroads Women’s Centre. Sie alle hielten identische Poster mit der Aufschrift: „Wir alle sind Asylwerber" und stellten sich entlang der Kentish Town Hauptstrasse in Nordlondon in einer langen Reihe auf. Die Aktion war auf Pastor Martin Niemoellers Zitat aufgebaut: „ Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen - denn ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialisten geholt haben, habe ich geschwiegen - denn ich war ja kein Sozialist. Als sie die Juden geholt haben, habe ich geschwiegen - denn ich war ja kein Jude. Als sie die Katholiken geholt haben, habe ich geschwiegen - denn ich war ja kein Katholik. Als sie mich geholt haben, hat es niemanden mehr gegeben, der protestieren konnte. (Pastor Martin Niemoeller, 1941) „ Der visuelle Protest sollte aufzeigen, dass durch die Imigrationsgesetze die Rechte aller Menschen angegriffen werden, ob sie Imigranten sind, oder nicht. Frauen aus dem Kongo, Eritrea, Aethiopien, Liberia, Uganda sprachen durch ein Megaphon zu Passanten und Leuten, die ihre Enkaeufe erledigten, ueber den teuren Preis, den ihre Heimatlaender, wo Millionen von Menschen gestorben sind, fuer Kriege zahlen muessen.Auswanderung ist selten ein freiwilliger Entschluss, sondern meistens ein letzter verzweifelter Ausweg Krieg und Zerstoerung zu entkommen, die durch westliche Militaer- und Geschaeftsinteressen verursacht werden. Eine Frau sagte: „Wenn die aufhoerten Waffen zu verkaufen, waeren wir gar nicht hier!" Leute aus Kentish Town, unter anderen auch die Geschaeftsbesitzer der Umgebung, reagierten auf die Demonstration mit befuerwortendem Hupen, fragten nach Postern, um sich der Gruppe anzuschliessen, was uns zeigte, dass viele Menschen sehr besorgt ueber die Situation der Asylwerber sind, aber selten die Gelegenheit bekommen, ihr Mitgefuehl auszudruecken. Die Aktion berichtigte auch die Luegen der Regierung und der Schmierblaetter, die erfunden wurden um ihre Brutalitaet zu rechtfertigen, dass angeblich „die Bevoelkerung" gegen Asylwerber ist. Sprecherinnen verlangten Asyl von den Regierungen, die Millionen an Kriege verschwenden und alle unsere menschlichen Beduerfnisse vernachlaessigen. Als erste Aktionen im Rahmen des Weltweiten Frauenstreiks 2004 in Grossbritannien, bereiten diese Veranstaltungen den Weg fuer eine Woche von Aktionen um den 8.Maerz herum (Internationaler Tag der Frau) unter dem Motto: Investiert in Fuersorge, nicht in Toeten. Wie eine unserer Forderungen sagt: Kapital reist ohne Grenzen. Warum nicht auch Menschen? · Artikel 55 des „Nationality, Immigration & Asylum Act 2002" verweigert Asylwerbern jegliche Unterstuetzung oder Unterkunft, falls sie nicht sofort bei Ankunft im Land um Asyl ansuchen.Um ueber die Forderungen des Europaeischen Aktionstages zu lesen, besuchen Sie die Website: www.globalwomenstrike.net Women of Colour (Global Women's Strike) Fuer Information ueber andere Aktionen in Europa, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Droits Devants at tarowen@hotmail.com Tel +33 (0)1 42 58 82 18. |