Nora Castañeda, Präsidentin der Frauenentwicklungsbank (Banmujer), brachte 2005 eine Vortrags - Tournee durch England, Schottland und Spanien hinter sich. 2004 hatte sie eine Tournee durch die USA gemacht. Wir lernten Nora 2002 in Caracas kennen, als wir vom Nationalen Fraueninstitut zum ersten internationalen Encuentro (Treffen) in Solidarität mit Venezuela eingeladen wurden. Wir waren begeistert als Nora sprach, dass sie sowohl von Frauen an der Basis als auch von Menschen of Colour ausging. Sie war auch eine beständige Fürsprecherin für Artikel 88 der Konstitution. „Frauen sind die Fürsorgerinnen der Spezies, es gibt keine wichtigere Arbeit. Die Gesellschaft ist Frauen verschuldet." Für die unter uns, die seit 1972 autonom mit der Ansicht, dass Geschlecht und Rasse integral mit Klasse sind, organisiert haben, war das Musik in unseren Ohren. Es steht nicht viel zwischen Banmujer, die darauf hinarbeiten eine ‚fürsorgende Wirtschaft zu schaffen’ und der Forderung des Streiks, dass die Gesellschaft in Fürsorge und nicht in Töten investieren soll. Banmujer ist Teil einer Massenbewegung, die für etwas kämpft, für das wir auf der ganzen Welt gekämpft haben. Wir trugen die Verantwortung dafür, Leute international wissen zu lassen, wie diese staatliche Institution und das Netzwerk ihrer Benützer Mikrokredite (51.000 bisher) dazu benützen‚ Frauen zu ermächtigen’. Sie waren ein Beispiel dafür, wie weit diese Revolution des 21. Jahrhunderts fortgeschritten war, zu einem Zeitpunkt, wo die Linkspolitischen noch nicht einmal anerkannt hatten, dass in Venezuela überhaupt eine Revolution stattfand. Schon gar nicht, dass es hauptsächlich Frauen an der Basis waren, deren selbstmächtiges Handeln die Revolution vorantrieb. Eine Vortragstournee für Nora zu organisieren würde helfen, diese Anerkennung zu gewinnen. Außerdem war es notwendig, dass Leute in den USA und Europa wahrheitsgemäße Information bekamen, damit sie zu jeglichem Versuch einer Blockade oder Invasion Venezuelas ‚Nein’ sagen können. Nora sprach in San Francisco, Los Angeles, Chicago, Washington DC, Philadelphia und New York und später in Barcelona, Edinburgh und London. Sie wurde mit Begeisterung empfangen. Sogar die Opposition, die kam um uns zu stören, wurde entwaffnet. Und es gab noch andere Tourneen. Marisol León – Banmujer Nutzer, Organisatorin in der vorwiegend scwarz-afrikanischen Gemeinde Tarmas, Mitglied des Handwerkerverbands, dessen wunderbares Kunsthandwerk auf originale Steingravuren der Ureinwohner basiert – bezauberte alle in Barcelon, Belfast, Granada und London. Angélica Alvarez – Banmujers Koordinatorin im Staat Bolívar machte auch eine Tournee durch Europa mit uns. Nachdem sie der Pinochetdiktatur in Chile entkommen war, nutzte Angélica Alvarez ihre Erfahrung dafür, bei der Entwicklung des außergewöhnlichen Netzwerkes von Banmujerbenützern zu helfen. Diese Frauen an der Basis warten nicht auf Parteien, Gewerkschaften oder Professionisten. „Mit viel Liebe", wie Angélica oft sagt, und mit genausoviel Entschlossenheit lernen sie, in ihrem eigenen, kollektiven Namen, Macht auszuüben. Zusammenarbeit, nicht Wettkampf – ein Rezept für die Wirtschaft und für die Bewegung. In den letzten 20 Jahren sind mehr als 2,5 Trillionen US Dollar von Lateinamerika in die USA und nach Europa geflossen. Wir wollten anfangen, diesen Fluss umzukehren, indem wir Universitäten, Institute und Andere dazu gebracht haben, einen finanziellen Beitrag zur Revolutionsarbeit der Banmujerbenützer zu leisten. Wir erhielten $14.000 und es wurde uns mehr versprochen. |