| Mami, was hast Du am Globalen Frauenstreiktag
gemacht?
Am 8. März 2001 streikten Frauen auf jedem Kontinent, in über 50 Ländern und schon im zweiten Jahr in Folge: Algerien, Argentinien, Bangladesch, Bolivien, Burkina Faso, Chile, Costa Rica, Deutschland, Dominikanische Republik, England, Frankreich, Ghana, Griechenland, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Iran, Irland, Italien, Jemen, Kamerun, Kanada, Kenia, Kongo, Mauritius, Mexiko, Norwegen, Österreich, Pakistan, Paraguay, Peru, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Senegal, Sierra Leone, Slowenien, Spanien, Südafrika, Tansania, Thailand, Tschad, Tschechische Republik, Türkei, Uganda, Uruguay, USA, Weißrussland... Dies ist eine kurze Auflistung der Länder, die Berichte geschickt haben. Einen detaillierteren Bericht und Fotos gibt auf der Website http://womenstrike8m.server101.com Argentinien - Das „Sindicato de Amas de Casa“ (Gewerkschaft der Hausfrauen) aus Santa Fe koordinierte landesweit. Am Streiktag gründeten sie das „Mulitsectorial de Mujeres por la Acción“ (Frauen-Aktions-Komitee), das Basisgruppen, Feministinnen, Akademikerinnen, Journalistinnen und Parteifrauen umfasst. 300 Frauen zogen mit Trommeln durch die Innenstadt. Die größte „Gewerkschaft der Staatsangestellten“ rief ihre 30 000 Mitglieder dazu auf, am Streik teilzunehmen. In Rosario unterstützte die Aktionsgruppe der Gewerkschaftsfrauen den Streik. Die Gewerkschaft der Hausfrauen sprach auf dem Hauptplatz. In Buenos Aires widmete sich die „Fundación Mujeres en Igualdas“ einem ausgedehntem Frühstückspicknick auf dem „Roberto-Arlt-Platz“. Die „Grupo de Estudios Sociales“ verteilte Flugblätter an junge Frauen. In San Carlos de Bariloche malten indigene Mapuche-Frauen ein Wandbild mit der Unterstützung der Lokalzeitung „El Cordillerano“ und ihrer Frauenbeilage „Malén“. Die „Direccion Municipal de la Mujer“ (Frauenkommission) der Stadt Goya, Corrientes, stimmte dem Streik zu. Costa Rica - „FIRE” („Feminists International Radio Endeavour”) und „WIN” (Women’s Network of Word Association Community Radios) sendeten ein langes Interview in Englisch und Spanisch über den Streik als Teil ihres zehnstündigen, antirassistischen Internet-Sende-Marathons „Full Spectrum Against Racism”. Dominikanische Republik - Santiago de Caballeros - Die „Coordinadora de Mujeres de Cibao (Cibao Frauenkoordination) organisierte als Ausdruck der Solidarität mit dem Streik eine Demonstration für ein besseres Leben für alle Menschen. Die Demonstration wurde sehr gut besucht von Frauenbasisgruppen, Gemeindeorganisationen, NGOs, Kirchen und Schulen. Auf Flugblättern wurde ein Lohn von 51 Cents pro Stunde gefordert für Frauen, die für multinationale Konzerne arbeiten, z.B. Nike oder Gap. England -
London - „WFH” koordinierte. 250 Frauen, Kinder und einige Männer
marschierten mit Musik und einer riesigen multiethnischen Frauenpuppe zum Parlament, forderten in Sprechchören Kinderbetreuung und äußerten sich gegen
Militärausgaben. Es gab eine bunt gemischte Menge aus vielen Ethnien, Senioren,
Autonomen, Sexarbeiterinnen, Asylsuchenden, alleinerziehenden Müttern..Es gab
Transparente mit „Dykes on Strike” („Lesben im Streik”) und „The Name of Unity is
Autonomy” („Der Name von Einheit ist Autonomie”), angelehnt an den zapatistischen Slogan. Frauen trugen Plakate, auf denen stand „Pflegeperson und
Busfahrerin”, „Pflegeperson und Lesbe”. Am Abend nahmen 300 Frauen an einem
„Speak-Out” (offenem Mikrofon) mit darauffolgendem Kulturprogramm teil.
Sheffield Es gab Veranstaltungen der „Students Union” (ASTA) und einen
Infotisch mit Petitionen für das Recht von Frauen auf Asyl als Folge von Vergewaltigung; Petitionen gegen den Internationalen Währungsfonds, die
Weltbank und die multinationalen Kleidungsmanufakturen und deren Einfluss auf
Frauen und Kinder. Videos und eine Ausstellung über den letzten Streik wurden Ghana - Anum - Die „People’s Education Association” (Bündnis für Bildung) koordinierte. Frauen marschierten mit Besen und Plakaten durch Hauptstraßen und forderten Männer, Regierung und andere Verantwortliche dazu auf, die „vielfältige Arbeit, die Frauen leisten, um ein gelungenes Leben zu ermöglichen” anzuerkennen. Schülerinnen boykottierten den Unterricht, um an der Demonstration teilzunehmen. Ein Treffen fand statt, um Lösungen zu finden für die Probleme Armut, Gesundheit, Hygiene, Mangelernährung, schlechten Zugang zu Bildung. Die Forderungen schlossen kooperative Programme ein wie „Lohn und Rente für die essentielle biologische und pflegende Arbeit von Frauen” (Lohn für Hausarbeit), Gesundheitskliniken, Müllfahrzeuge und Bildung für Mädchen. Die „Forces of Light” hielten eine Rede. Die Forderungen wurden Kofi Annan, dem UN Generalsekretär, übermittelt. Guyana – Georgetown - 150 Frauen, Afro-Guyanesisch, Indo-Guyanesisch und Indigen-Amerindian, meist Mütter, und 20 Männer liefen in einer Reihe die Hauptstraße entlang und riefen „Justice for Mothers in Black” (Organisation von Müttern, deren Kinder ermordet wurden). Die Frauen kamen aus ländlichen Gegenden. Die wichtigsten Organisationen waren „Red Thread”, „Women Across Differences” und die „Guyana Association of Women Lawyers”. Der „Trades Union Kongress” und die „Guyana Workers Union” schickten RepräsentantInnen. Indien - Die „Chhattisgarh Women’s Organisation” (CWO) koordinierte, finanziert durch einen Gemeinde-Streik-Topf, in den die DorfbewohnerInnen jede Woche ein bisschen Geld zahlten. Das Treffen wurde von 4 000 Menschen besucht. Die Frauen kamen von weit her mit ihren Kindern auf dem Arm und marschierten durch die Hauptstadt Raipur. Am offenen Mikrofon forderten sie: Die unbezahlte Arbeit von Frauen anzuerkennen und zu bezahlen; Vergewaltigung, psychische und physischen Misshandlung ernst zu nehmen; Vergewaltiger und Mitgifterpresser streng zu bestrafen; mehr Frauen in den „Panchayat” (Gemeinderat) zu setzen; Getreide für alle zur Verfügung zu stellen, die lokalen Coop-Geschäfte täglich zu öffnen; Kinderarbeit abzuschaffen; Kindern mit Behinderungen zu helfen; geschiedenen Frauen Lohnarbeit zu ermöglichen; staatliche Rente für Familien nicht zu verzögern, wenn jemand stirbt; kostenlose Medikamente zu erhalten; die Abtreibung weiblicher Föten zu verbieten. Iran - Eine Stellungnahme in Farsi und Englisch wurde in Teheran und andernorts verteilt. Es nahmen die „Workers Left Unity” und iranische Frauen im Exil in Schweden, Deutschland, den USA, Kanada und Großbritannien teil. Irland - Galway - Frauen aus dem Medien- und Unterhaltungsbereich koordinierten. 60 Frauen versammelten sich vor dem „Town Hall Theatre” um die „schmutzige Wäsche der Welt vorzuführen”. Es fand ein Picknick mit Lyrik und Musik statt. Am offenen Mikrofon sprachen sich die Frauen gegen den Bau einer Verbrennungsanlage aus, die Gesundheit und Umwelt gefährden würde. Außerdem wandten sie sich gegen das „Ilisu Staudamm Projekt” in der südöstlichen Türkei, das tausende KurdInnen obdachlos machen würde. Die Frauenaktionsgruppe der „National University of Ireland” veranstaltete einen Plakatstreik. Seminare „fielen aus”, die Frauen wurden aufgefordert, den Tag frei zu nehmen und sich der Parade anzuschließen. Forderungen nach z.B. Tamponautomaten wurden gestellt. Italien - Die Demonstration in Rom wurde von 13 Organisationen unterstützt. Forderung nach „Salario Per il Lavoro Familiare” (Lohn für Hausarbeit) und „No al Concordato” (Nein zu der Vereinbarung, dass Staatsgelder an die Kirche transferiert werden) wurden gestellt. Kamerun - Der Internationale Frauentag ist ein öffentlicher Feiertag. Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen nahmen am Streik teil: Hausfrauen, Kauffrauen, Regierungsangestellte, Bankerinnen und NGO-Mitglieder. Kongo - Die Gewerkschaft der Krankenschwestern „PRESSAC“, die „Confedertation Democratique du Travail“ (Demokratisches Bündnis der Arbeit) und die einzigen Frauenzeitschrift in Kongo nahmen teil. Mexiko - Chiapas, San Christobal de Las Casas - Die Frauenorganisationen „COLEM”, „Chiltak A.C.”, „Mujeres de San Felipe”, „CIAM” und andere veranstalteten für die Anerkennung der Arbeit von Frauen ein Treffen, das von Frauen verschiedener Gemeinden und Gegenden besucht wurde. Alle Streikforderungen wurden vorgelesen und fanden Zustimmung bei den Anwesenden. Unterstützung vom Männerkollektiv „La Puerta Negra”, das außerdem half, die Streikmusik zu entwickeln und zu senden. Es folgte eine Frauenparty mit regionalen Tänzen und Liedern, die forderten, dass Frauen respektiert und geschätzt werden. Auf der „Plaza de la Dignidad” (Platz der Würde) riefen indigene Frauen verschiedener Nationen und Ethnien: „Vereinte Frauen sind unbesiegbar ”. Chihuahua Kongressabgeordnete Alma Gomez Caballero gab eine außergewöhnliche Stellungnahme ab: „Für die inhaftierten, gefolterten, verschwundenen Frauen...für die in der Stadt Juarez ermordeten Frauen, die ohne Gerechtigkeit blieben wegen der Arroganz der Zuständigen...für die Fabrikarbeiterinnen, denen ihre Rechte verweigert werden, weil keine Gewerkschaft sie schützt...für die Frauen, die täglich auf der Straße landen, durch Gerichtsbeschlüsse, die die Banken schützen...für weibliche Postangestellte, denen ihre Rechte, ihr Urlaub, ihre anständigen Arbeitsbedingungen, ihr Mutterschutz verweigert werden...für die junge Studentin, die vom College flog, weil sie schwanger ist...für die Frauen, deren müde Augen in den Norden blicken, wo ihre Kinder hingegangen sind, ohne Hoffnung und im Schatten von Tod und Diskriminierung. Für die Frauen, die täglich weiter herabgezogen werden von der Verteuerung von Essen, Gas und Wasser...Für die Frauen, die die Gier der Multinationalen und die Komplizenschaft der Regierung anprangern...Für die Mütter, die das Leben ihrer Kinder von Drogen und Gewalt zerstört sehen und keine Hilfe erhalten...Für die Frauen, den Wurzeln dieses Landes, die ihr Recht auf ein würdiges Leben einfordern...Für die Frauen, die geschlagen werden, für erarmte Rentnerinnen, Obdachlose, Vergewaltigte, Frauen ohne Gesundheitsbetreuung, heilbar krank ohne Hilfe, aidskrank, zwangssterilisiert, diskriminiert...Für diese und viele mehr protestiere ich und arbeite heute nicht, ich nehme teil am Globalen Frauenstreik.” Mecixo City Die „Defensoras Populares” riefen zum Streik auf. Die ganze Stadt war beschäftigt mit der Ankunft der zapatistischen Delegation, aber auf Vorschlag der „Mujeres Mexicanas” trugen die Frauen eine orange Schleife als Zeichen der Unterstützung des Streiks. Es gab Radio und Fernsehinterviews mit „Colectivo” (Kollektiv für bezahlte Hausarbeit, für Bildung und Kinderbetreuung). Sonora, Hermosillo Die Mitglieder der „Unión de Mujeres Jefas de Familia” (Union der weiblichen Familienoberhäupter) konnten sich nicht leisten, in ihren unterbezahlten Jobs zu streiken, aber veranstalteten einen Hausarbeitsstreik, um dem großen Wert dieser Arbeit Anerkennung zu verschaffen. Paraguay – Asunción - Einige Organisationen nahmen am Streik teil, darunter „Coordinación de Mujeres” (Frauenkoordination) und „Red de Mujeres Políticas” (Netzwerk der politischen Frauen). Das Institut für Genderstudien der Universität wurde am 7. März eröffnet, so dass sie am 8. März streiken konnten und nichts tun mussten als zu feiern und sich von der ganzen Arbeit auszuruhen. Für den Streik wurde geworben in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Frauen, Bildung und Kultur und dem Programm für Frauengleichstellung in der Bildung. Das „Colectivo de Mujeres 25 de Noviembre” (Frauenkollektiv 25. November) trug orange Schleifen als Symbol für die Unterstützung der Forderungen von Frauen weltweit und nahmen sich frei. Peru - Das „Centro de Capacitación para Trabajadoras del Hogar (CCTH, Zentrum für Hausarbeiterinnen) in Lima organisierte landesweit. Es nahmen teil: „Central General de Trabajadores del Peru (CGTP, Allgemeine Arbeitergewerkschaft), „Coordinadora Metropolitana del Vaso de Leche” (kostenloses Frühstück für Kinder), „Sindicato Unico de Trabajadores del Hogar” (Hausangestellten-Gewerkschaft) aus Cuszco, „Promocion y Proteccion de Empleadas Domesticas” (PROEMDO, Organisation für Hausangestellte) aus Ilo, „Juventud Obrera Cristiana” (Christliche Arbeiterjugend), „Federacion de Mujeres Organizadas en Centrales de Comedores Populares Autogestionarios y Afines” (Suppenküche) in Lima und Callao, „Asociación de Servicios No Calificados” in Cajamarca. „CCTH” berief eine Pressekonferenz ein mit den teilnehmenden Organisationen, danach wurde demonstriert. Eine Rede wurde vom Balkon der „Confederación Campesina del Peru” (Landarbeiter-Bündnis) gehalten, später gab es eine weitere Rede auf einer feministischen Versammlung. „CCTH’s” führende Frauen wurden geehrt von „CGTP” für ihren langjährigen Einsatz und ihre Öffentlichkeitsarbeit für peruanische Hausangestellte, für das „Soncco Warmi” Radioprogramm und ihre Koordination des Streiks. „CCTH” sagte „Die Menschen verstehen den Streik, der Streik ist für Arbeiterinnen. Es ist ein großer Sieg für eine Hausangestelltenorganisation, einen Streik nur für Frauen zu organisieren.” Die Homosexuellenbewegung in Lima, die Diskriminierung gegen Lesben und Schwule bekämpft, hat sich dem Streiknetzwerk angeschlossen. In Puno in den Anden koordinierte das „Centro Cultural Aymará Pacha Aru” (Organisation von indigenen Aymará und Quechua Frauen) Frauen- und andere Basisgruppen und machte den Streik öffentlich durch ihr wöchentliches Radioprogramm „Wiñay Panqara” und das Programm „Aymará Pride”. Die Aktionen schlossen Treffen in den Dörfern und Volksfeste mit ein. Schweden - „Frauen aus Haro” (Organisation für die Bezahlung von der Pflege von Kindern, Alten und Kranken zu Hause) nahmen zusammen mit anderen Frauengruppen am Streik in Göteborg teil. Spanien - Die „Lohn für Hausarbeit”-Kampagne und das „Frauen-Zählen-Netzwerk” koordinierten landesweit. Aktionen in Dörfern und Städten in ganz Spanien fanden statt. Von der „Confederacion General de Trabajadores” (Allgemeines Bündnis der ArbeiterInnen) wurde zu einer zweistündigen Arbeitspause aufgerufen. In Barcelona gab es 12 Stunden lang sehr erfolgreiche Veranstaltungen auf dem Hauptplatz, eine Pressekonferenz, Musik, Theater, Workshops, ein Abendkonzert und live Radiosendungen mit streikenden Frauen in anderen Ländern. Es kamen ältere Frauen, Mütter und andere Bezugspersonen, Menschen mit Behinderungen, Lesben, junge Leute. Kinderbetreuung und weitere Unterstützung für den Streiktag wurden von der Stadtverwaltung erkämpft. Die Streikorganisatorinnen unterstützten die 900 „Sin Papeles” (Illegalisierte) in den Kirchen von Barcelona, die Teil der spanienweiten Besetzungen sind, um MigrantInnen das Recht auf Papiere und das Bleiberecht zu erkämpfen. Es gab große Streikaktionen in Albacete, Badajoz, Córdoba, Malaga, Valencia, Zaragoza und im Baskenland. Lokale Forderungen waren: Eine Erhöhung aller Staatsgelder an Frauen, und die Verankerung des Gesetzes, unbezahlte Arbeit zu messen und wertzuschätzen. Tansania - In Shinyanga forderten Frauen und Mädchen mit Behinderungen von der „African Salvation Church” die Regierung auf, sicherzustellen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen in der Gesellschaft gleichberechtigt behandelt werden, Möglichkeiten für ihre Entwicklung bereit gestellt werden und ihnen ermöglicht wird, sich selbst zu versorgen und an lokalen Entwicklungsprogrammen teilzunehmen. Sie verteilten ein Flugblatt auf Swahili und Sukuma. Thailand - Gewerkschaften und Frauenorganisationen marschierten zum Regierungsgebäude und veranstalteten ein Kulturfestival, Arbeitsgruppen und Versammlungen. Gewerkschaftsfrauen trafen den Premierminister und den Minister für Arbeit und Soziales, um ihre Forderungen zu stellen: Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, Kinderbetreuung für Arme in Industriegegenden, Beteiligung von Frauen in politischen Gremien. Tschechische Republik - Die „Feministische Gruppe für den 8. März“ gründete sich für den Streik und koordinierte eine ganztägige Veranstaltung mit DJanes, SängerInnen und MusikerInnen im „Namesti Miru“ im Zentrum von Prag. 1000 Menschen besuchten die Veranstaltung. Es gab Presseinterviews. Die Informationskampagne im Internet war ein großer Erfolg. Uganda - Die „Kaabong Women’s Group” koordinierte eine Sitzblockade von 500 Frauen aus Stadt und Land aus Lira, Kitgum, Katakwi und Karamoja. Um teilzunehmen reisten Frauen drei Tage ohne Essen, ihre Kinder auf dem Arm. In einem Frauengarten in Kotido fand ein „Schweigestreik” bis 19 Uhr statt. Die Frauen liefen zurück nach Hause mit Feuerholz auf ihren Köpfen. Forderungen nach sauberem Wasser, kostenloser Gesundheits- und Familienberatung, Landwirtschaft, Gemeindeentwicklung, Bildung, Land- und Eigentumsrechten und gegen Vergewaltigung wurden gestellt. Fragebögen über den Alltag von Frauen wurden verteilt und ein Theaterstück über den Streik aufgeführt. Solidarische Männer trafen die Frauen unter einem 150jährigen Neem-Baum und boten selbstgebrautes Bier an. Mit dem Streik haben die Frauen von Kaabong einen großen Sieg errungen. Der Präsident von Uganda kündigte im Radio an, dass Menschen für ihre Krankenhausbehandlung nicht mehr zahlen müssen. USA - Los Angeles - „WFH“ organisierte. Morgens begannen die Aktionen mit der Entfaltung eines Transparents: „Pflegearbeit zählt! Beendet Niedriglohn und keinen Lohn!“ auf Spanisch und Englisch. Es folgte ein Frühstück bei der „Homecare Workers Union“ (Gewerkschaft für HausarbeiterInnen). Die Veranstaltung mit Transparenten und Puppen vor dem Regierungsgebäude wurde von 300 Personen besucht: Putzkräften, die den Streik für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gewonnen hatten, Asiatischen Leuten, jungen Leuten, GlobalisierungsgegnerInnen, RollstuhlfaherInnen, Latina Fabriknäherinnen. Es kam eine Nachricht von den „Native American Grandmothers of Big Mountain“. Die Presseresonanz war gut. Eine Abendveranstaltung mit offenem Mikrofon, farbigen Rapperinnen und Dichterinnen fand statt. Viele Kinder waren in der Tagesbetreuung. Milwaukee Die „Welfare Warriors“ organisierten ein offenes Haus mit Speisen und Getränken. 20 Frauen und ein Mann besuchten die Vorführung des Streikvideos. Darauf folgte eine Diskussion, warum die Regierung Katastrophen wie Kriege oder Öltankerunglücke für „produktive Arbeit“ hält, aber die Pflegearbeit von Frauen ignoriert. Die Streikenden unterschrieben Briefe an Bush, die die Einbeziehung von unbezahlter Arbeit in das Bruttosozialprodukt forderten. Außerdem wurde gefordert, zwei Sozialämter des Betrugs anzuklagen, weil sie öffentliche Gelder für Luxus ausgaben, während alleinerziehenden Müttern, Kindern, Behinderten, Überlebenden häuslicher Gewalt und andere Anspruchsberechtigten das überlebensnotwenidge Geld verweigert wurde. New York 40 Personen aus acht Organisationen - einschließlich Antiglobalisierungs-, Farbigen-, Latino-, Antiimperialistischen-, Friedens- und Gerechtigkeitsgruppen - nahmen an einer Kundgebung im Bekleidungsindustriegebiet teil, begleitet von MusikerInnen und einer mexikanischen Sängerin. Am Abend hielt eine Streikorganisatorin eine Rede bei dem Treffen der „100 Black Women Coalition“: Philadelphia „WFH“ organisierte. Die Streikveranstaltungen begannen am 7. März mit einem kostenlosem Schwimmbadbesuch für Frauen im „YWCA“. Am 8. März präsentierte eine multiethnische Gruppe aus 30 Streikorganisatorinnen dem Stadtrat die Stellungnahme zu Lohngleichheit, der mangelnden Anerkennung von Pflegearbeit und anderer Arbeit, zum Beispiel gegen Rassismus und Homophobie. Eine zweistündigen Mittagspause für „Women Against No Pay and Low Pay“, „Low Pay“ und „Pay Equity“ folgte, 150 Personen nahmen teil. Veranstaltet wurde die Mittagspause von „WHF“, der „Coalition of Labor Union Women“ und der „National Organisation of Women“ (Philadelphia). Es gab Entertainerinnen und Sprecherinnen der „Women Mushroom Workers“, „Farmworkers Support Committee“, „Women’s International League for Peace and Freedom“, „Payday“, „Black Farmers Organisation“, Anti-Globalisierungs-Organisationen, Frauen mit Behinderungen, Lesben und einem Arbeitslosenprojekt. Die Demonstration führte zum Regierungsgebäude, wo es ein „offenes Mikrofon“ gab. San Francisco 60 Frauen, einschließlich Farbige und Latinas, Frauen mit Behinderungen, obdachlose Frauen und eine lesbische Großmutter auf Stelzen, kamen zum offenen Mikrofon vor dem Civic Centre. „Food Not Bombs“ servierte vegetarisches Essen. Der schwule Supervisor Ammiano sprach. Die „Raging Grannies“ sangen, danach gab es ein weiteres offenes Mikrofon. Abends fanden Videovorführungen und ein Essen in der Lutherischen Kirche statt, danach wieder ein offenes Mikrofon und Entertainment. Frauen sprachen die Energiekrise an, die San Francisco trifft, weil Gas- und Stromfirmen unkontrolliert die Preise erhöhen. |